Anno 1865, ziemlich genau ein Jahr nachdem der "Märchenkönig " Ludwig II. König von Bayern geworden war, freuten sich die Damen und Herren in der Haupt- und Residenzstadt München über einen weiteren Grund, sich in der Öffentlichkeit präsentieren zu können.
Zu diesem Zeitpunkt eröffnete Conditormeister Peter Reber, jüngster Sproß des Königlichen Landrichters und Ritter des St.-Michael-Ordens, Dr.jur.Franz Xaver Reber, eines der damals gerade in Mode gekommenen Confiserie-Conditorei-Cafés.

Bald war das Confiserie-Café reber ein beliebter Treffpunkt der Münchener Hautevolee. Der Adel fand sich ein, Offiziere verabredeten ihre Rendezvous, und die hohen beamten gewöhnten sich gerne daran, zwischen den Staatsgeschäften ein "Schalerl Kaffee" zu sich zu nehmen.

Man saß einträchtig beisammen und fand Gefallen an dieser völlig neuen Lokalität, und zu diskutieren gab es auch in der guten alten Zeit schon genug.

Der inzwischen zum Innungsmeister seiner Zunft avancierte Peter Reber legt die Geschäftsführung 1902 in die Hände seines Sohnes Paul, der 1908 den Betrieb in das Klostergebäude Herzog-Spital-Straße 9 verlegt.

Getreu dem Spruch "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" beweist Paul Reber sein Können so nachhaltig, daß er mit dem ehrenvollen Titel "Gewerberat" ausgeteichnet wird. Berühmt wegen ihrer hervorragenden Qualität, erfreuen sich die Reber-Confiserie-Spezialitäten eines außergewöhnlichen Rufes.

Ob man eine Vorahnung in Richtung Mozartkugel hatte, oder ob einfach die Erkenntnis, daß der Salzburg-nahe, weltbekannte Kurort Bad Reichenhall den Reber-Spezialitäten gut zu gesicht stünde, den Ausschlag gab, ist nicht genau zu rekonstruieren. Jedenfalls verzweigte sich das Unternehmen im Jahre 1938 nach Bad Reichenhall, wo es heute in der fünften Familiengeneration von Paul Botzleiner-Reber geführt wird.

 










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as Café-Geschäft wird aber zu keiner Zeit vernachlässigt. Von der Gemütlichkeit im Reber´schen Café-Lokal kann man heute noch alteingesessene Bürger schwärmen hören.

In Bad Reichenhall gewesen zu sein, ohne dem Café Reber einen Besuch abzustatten, bedeutet Bad Reichenhall nicht gesehen zu haben.Wem dieser Satz zu anmaßend klingt, der möge sich selbst überzeugen:
Ludwigsraße 10 lautet die Adresse des Stammhauses Reber, mitten in der renommierten Fußgängerzone Bad Reichenhall gelegen. Unter dem selbstverständlich roten Baldachin oder in den einzelnen Café-Räumlichkeiten zwischen 12 und 17 Uhr einen Platz zu finden, ist gar nicht so einfach. Wer aber das Glück hat, einen Tisch zu ergattern, kann sich nach Herzenslust wohlfinden, enweder inmitten altwienerischer Caféhaus-Atmosphäre, oder in der gemütlichen Bürgerstube.

Den anschließenden Gang ins Reber´sche Confiserie Mekka, ins Verkaufs-Geschäft, sollte man lieber nicht antreten, ohne vorher die liebevoll dekorierten Schauffenster genau inspiziert zu haben. Hier präsentiert sich die gesamte Palette der süßen Köstlichkeiten, allen voran die berühmte Mozartkugel, dieses im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zerschmelzende Wunderwerk.
"Die berühmten Mozartkugeln, allerfeinst gefüllt mit Pistazien-Marzipan, Haselnuß-Bitternougat, Rum-Marzipan umhüllt mit edler Confiserié-Chocoladé", lautet die anspruchsvolle Rezeptur, und sie läßt der Reber´schen Haus-Philosophie,"Hochfeine Confiserien, créiert für den verwöhnten Geschmack, in handwerklicher Meisterkunst hergestellt", alle Ehren angedeien.

Viele Millionen Mozartkugeln verlasse per anno Bad Reichenhall in alle Himmelsrichtungen, und täglich werden es mehr. Den in Insiderkreisen kursierenden Spruch "Praliné-Pasteten kauft man bei Reber" begründen die erstaunlichen Varianten von über 30 verschiedenen Sorten.